Bier im Steinkrug


Ein regionale österreichische Tageszeitung berichtet heute unter Berufung
auf deutsche Medienquellen über das angebliche Verbot von Steinkrügen 
durch die Europäische Kommission. Einmal mehr handelt es sich dabei um
einen Mythos, mit dem offenbar regionale und nationale Politiker sich auf 
Kosten der EU ins Rampenlicht stellen wollen. 
Wahr ist vielmehr, dass die EU nicht vor hat Steinkrüge zu verbieten,
vielmehr wäre eine solche Maßnahme alleinige Zuständigkeit der 
Mitgliedsstaaten. Es ist also falsch, dass nach EU-Recht undurchsichtige
Schankgefäße ab 2015 nicht mehr für die Ausschank schäumender Getränke 
verwendet werden dürfen. 
Eine Richtlinie, die vorschreibt, dass auf durchsichtigen Trinkgefäßen z.B. 
Wein-, Bier-, Limonadengläser eine Markierung angebracht sein muss, die über 
das enthaltene Volumen Auskunft gibt bezieht sich eben nur auf durchsichtige 
Trinkgefäße. 
Den Mitgliedsstaaten bleibt es darüber hinaus vorbehalten die Verwendung 
von entsprechend markierten Trinkgefäßen in Restaurants, 
Bars etc vorzuschreiben. 
Die Mitgliedsstaaten können aber auch davon Abstand nehmen 
Mengenmarkierungen auf den Gläsern vorzuschreiben. 
Die Richtlinie zur mengenmäßigen Markierung auf undurchsichtige 
Trinkgefäße anzuwenden wäre unsinnig, da die Markierung von außen nicht 
gesehen werden kann und im Falle von Bier auch innen vom Schaum verdeckt
wäre. 
Europäische Kommission
Vertretung in Österreich