Europawahl 2014 – wer darf wählen?


Knapp 400 Millionen Menschen ab dem 18. Lebensjahr in der EU sind aktiv wahlberechtigt. In der ganzen EU? Nein, denn ein Land ist anders.

Und dieses Land ist Österreich. Hier dürfen bereits alle, die spätestens am Tag der Wahl das 16. Lebensjahr vollendet haben, wählen. Genauso wie bei den Nationalrats-, Landtags- und Gemeindesratswahlen.

Europa-Wählerevidenz
Auslandsösterreicherinnen und Auslandsösterreichern steht es frei, die EU-Abgeordneten ihres Wohnsitz-Mitgliedslandes oder die österreichischen EU-Abgeordneten zu wählen.

Auch nicht-österreichische EU-Bürgerinnen und Bürger mit Wohnsitz in Österreich dürfen hier zur Wahl gehen. In dem Fall müssen sie jedoch Kandidatinnen oder Kandidaten der in Österreich wahlwerbenden Gruppierungen wählen.

Für beide Gruppen gilt wiederum, dass sie sich rechtzeitig in die Europa-Wählerevidenz eintragen lassen müssen. Die Eintragung erfolgt im jeweiligen Gemeindeamt. Die Eintragungsfrist endet mit 11. März 2014. Österreicherinnen und Österreicher mit Hauptwohnsitz in Österreich sind automatisch in der Europa-Wählerevidenz eingetragen.

Passives Wahlrecht

Auch das Alter für das passive Wahlrecht, also das notwendige Alter um selbst kandidieren zu dürfen, hängt von der Regelung des Herkunftslandes ab. Während viele EU-Bürgerinnen und Bürger bereits ab 18 Jahren gewählt werden können, gilt in Belgien der 21. In Frankreich der 23. Geburtstag als Voraussetzung. In Italien, Zypern und Griechenland müssen Kandidatinnen und Kandidaten mindestens 25 Jahre alt sein.

Um gewählt zu werden, benötigen die Kandidatinnen und Kandidaten in Österreich die Staatsbürgerschaft oder Unionsbürgerschaft. Das heißt: theoretisch könnte hierzulande beispielsweise auch eine Bürgerin oder ein Bürger aus Deutschland kandidieren. Bekäme sie oder er genügend Stimmen, säße künftig also jemand aus Deutschland für Österreich im EU-Parlament.

Der erforderliche Wahlvorschlag muss in der Wohnsitzgemeinde eingebracht und ausreichend unterstützt werden: durch die Unterschrift eines Europa-Abgeordneten, drei Unterschriften von Nationalrats-Abgeordneten oder 2.600 Unterstützungserklärungen.